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Der Schatz in der Eisentruhe
Zwei Bauern aus Spielfeld fuhren mit ihren schwer beladenen Ochsengespannen
durch den Katzengraben heimwärts. Der Vollmond leuchtete und zwischendurch
hörten die beiden Männer das Rufen der Käuzchen. Zwischendurch wurde eine Rast
eingelegt, damit sich die Ochsen etwas ausruhen konnten. Als aber die Ochsen zu
einer mächtigen Esche kamen, blieben sie wie angewurzelt stehen. Nicht einmal
ein paar kräftige Peitschenhiebe vermochten sie zum Weitergehen bewegen. Als
sich der Kiefer und der Polz darüber furchtbar ärgerten, sahen sie im Mondschein
einen schwarzen Wuzel auf der anderen Seite des Grabens auftauchen, wenig später
unbeholfen über den Weg hoppeln und ihn dann unter dem dicken Stamm der Esche
verschwinden. Jetzt blieben auch der Kiefer und der Polz wie angewurzelt stehen.
Als sie sich vom Schrecken erholt hatten, schauten sie bei der Esche nach,
konnten aber nichts Besonderes entdecken. Die beiden Männer bekreuzigten sich,
und bald darauf konnten sie mit ihren Wägen den Weg nach Spielfeld fortsetzen.
Dieses sonderbare Erlebnis erzählten die Bauern ihren Knechten. Schon am
nächsten Tag machten sich zwei Knechte um Mitternacht auf den Weg zur Esche. Da
bemerkten sie eine Öffnung im Baum. Unerschrocken griffen sie da hinein und
zogen eine Eisenkiste hervor. Der Deckel wurde geöffnet, und das Mondlicht ließ
viele Golddukaten wie Sterne funkeln. Die beiden nahmen den Schatz mit, teilten
ihn brüderlich auf und kauften mit dem Geld ein paar Weingärten. Sie wurden
angesehene Weinbauern. Der schwarze Wuzel, anscheinend der Bewacher des Sshatzes,
wurde im Katzengraben nie mehr gesehen.
| © Peter Stelzl |
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